LKW blau

Ihre Ansprüche

Während der Ermittlungen der Kartellbehörden war die Verjährung der Ansprüche betroffener Kunden gegen die LKW-Hersteller gehemmt. Damit die Forderungen nicht demnächst verjähren, ist entschlossenes und zügiges Handeln erforderlich.

Welche LKW sind betroffen?

Der Kartellabsprache unterlagen alle mittelschweren LKW mit einer Nutzlast von 6 bis 16 Tonnen sowie alle schweren LKW mit einer Nutzlast von über 16 Tonnen. Betroffen sind sowohl Solofahrzeuge als auch Sattelzugmaschinen. Nicht dem Kartell unterlag der Handel mit gebrauchten Fahrzeugen. 

Wer kann Ansprüche geltend machen?

Sie sind dann ein vom LKW-Kartell betroffener Kunde, wenn Sie als Unternehmen zwischen 1997 und 2011 einen LKW von einem der sechs LKW-Hersteller MAN, Volvo/Renault, Daimler, Iveco, DAF oder Scania direkt oder über einen Händler erworben haben. Gegen Scania waren die Kartellverstöße zunächst noch nicht festgestellt worden. Inzwischen hat die EU-Kommission aber auch festgestellt, dass Scania ebenfalls am verbotenen Kartell mitgewirkt hat, soweit es schwere LKW (also über 16 Tonnen) betrifft.

Betroffen sind alle Kunden, die im Europäischen Wirtschaftsraum tätig sind. Dazu zählt die gesamte EU einschließlich der Länder Island, Liechtenstein und Norwegen. Dazu zählen natürlich Speditionen und andere Transport- und Logistikunternehmen, aber auch sonst Unternehmen, Gemeinden oder kommunale Eigenbetriebe, Bauunternehmen, Möbelhersteller, Umzugsunternehmen, Straßen- und Winterdienste u.a. 

Was können Sie verlangen?

Ihr Schaden als betroffenes Unternehmen beläuft sich regelmäßig auf die Differenz zwischen dem während des Kartells tatsächlich gezahlten Preis für den jeweiligen LKW und dem Preis, den Sie hätten zahlen müssen, wenn es das Kartell nicht gegeben hätte und die LKW-Hersteller ihre Fahrzeuge zu Wettbewerbspreisen angeboten hätten.

Im Durchschnitt liegen Preiserhöhungen bei einem Kartell bei 15 % bis 20 % (siehe OECD-Untersuchung), in Einzelfällen kann die Preissteigerung auch deutlich darüber hinausgehen. Einzelheiten sollten gutachterlich festgestellt werden. 

Daneben schulden die Kartellanten auch Zinsen ab der Entstehung des Schadens in Höhe von 5 %-Punkten über dem Basiszins.

Ein Beispiel:
Eine Spedition hat im März 2008 sechs LKW zu einem Nettopreis von je 92.000,-- € erworben. Bei einer Preiserhöhung um 15 % lag die kartellbedingte Mehrzahlung bei 12.000,-- € je LKW. Ohne Kartellabsprachen hätte der Nettopreis je LKW nur 80.000,-- € betragen. Die Spedition hat danach für die sechs LKW eine Forderung von 72.000,-- €. Zuzüglich Zinsen seit März 2004 errechnet sich bis Juli 2017 eine Gesamtschadenforderung von knapp ca. 126.000,-- €.

Gegen wen haben Sie Ansprüche?

Die Ansprüche bestehen gegenüber allen am Kartell beteiligten LKW-Herstellern. Sie haben danach nicht nur einen Anspruch gegen den Hersteller, dessen LKW Sie erworben hatten, sondern gegen alle am LKW-Kartell beteiligte Hersteller, auch gegen den Kronzeugen MAN.

+49 (0) 89 / 85 63 407- 0